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Earn-Out-Rechner.
Vergleichen Sie Kaufpreisszenarien, bei denen ein Teil des Preises von der künftigen Entwicklung nach dem Closing abhängt.
Earn-Out-Struktur
Parameter eingeben
Ausgangspunkt ist die vertragliche Zahlungsmechanik: feste Zielzahlung mit Abzug bei Verfehlung, Anstieg ab Untergrenze oder Alles-oder-nichts. Upside oberhalb des Ziels ist ein Zusatzbaustein, keine eigene Grundformel.
Sensitivitätskurve
Kaufpreiskurve
Die Linie skaliert den realistischen Pfad nach unten und oben. So werden Fixpreis, Earn-Out-Rampe, Sprünge und Caps in einer Ansicht sichtbar.
Realistischer Pfad
5.624.360 €
Gesamtkaufpreis
21.686.540 €
Earn-Out
1.686.540 €
Realistischer Pfad: durchschnittliche Kennzahl 5.624.360 €, Gesamtkaufpreis 21.686.540 €, Earn-Out 1.686.540 €, effektiver Multiple 4,3x.
Wasserfall
Vom Closing zum Gesamterlös, Szenario für Szenario
Jedes Diagramm zeigt den fixen Kaufpreis, die Earn-Out-Bausteine und den resultierenden Gesamterlös.
Optimistisch
Die Kennzahl liegt stabil oberhalb der maßgeblichen Plan- oder Schwellenkennzahl. Der Earn-Out zeigt, wie stark ein gutes Post-Closing-Jahr den Gesamterlös nach oben zieht.
Optimistisch: fixer Kaufpreis 20.000.000 €. Earn-Out gesamt 2.352.500 €, Gesamterlös 22.352.500 €.
Realistisch
Die realistische Linie ist die Basis für Heatmap und Sensitivität. Sie eignet sich meist am besten für die Vertragsdiskussion.
Realistisch: fixer Kaufpreis 20.000.000 €. Earn-Out gesamt 1.686.540 €, Gesamterlös 21.686.540 €.
Pessimistisch
Der pessimistische Pfad macht sichtbar, welche Downside beim Verkäufer bleibt, wenn die Kennzahl unter Plan bleibt.
Pessimistisch: fixer Kaufpreis 20.000.000 €. Earn-Out gesamt 308.933 €, Gesamterlös 20.308.933 €.
Sensitivität
Heatmap auf Basis des realistischen Szenarios
Die Matrix verändert jeweils ein Jahr des realistischen Szenarios um ±10 %, ±20 % oder ±30 %. So wird sichtbar, wie sensibel der Gesamtkaufpreis auf einzelne Jahre reagiert.
| Variation | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 |
|---|---|---|---|
| −30,0 % | 21,3 Mio. | 21,1 Mio. | 21,0 Mio. |
| −20,0 % | 21,3 Mio. | 21,1 Mio. | 21,1 Mio. |
| −10,0 % | 21,4 Mio. | 21,4 Mio. | 21,4 Mio. |
| 0 % (Basis) | 21,7 Mio. | 21,7 Mio. | 21,7 Mio. |
| +10,0 % | 22,0 Mio. | 22,0 Mio. | 22,0 Mio. |
| +20,0 % | 22,2 Mio. | 22,2 Mio. | 22,3 Mio. |
| +30,0 % | 22,5 Mio. | 22,5 Mio. | 22,5 Mio. |
Das realistische Szenario ist die Basis. Jede Zelle zeigt den resultierenden Gesamtkaufpreis, wenn genau ein Jahr angepasst wird und alle anderen Jahre unverändert bleiben.
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Was der Earn-Out-Rechner zeigt
Ein Earn-Out ist ein variabler Teil des Kaufpreises. Der Käufer zahlt beim Closing einen festen Betrag. Ein weiterer Betrag wird später nur gezahlt, wenn das Unternehmen nach dem Closing bestimmte Ziele erreicht.
Sinnvoll ist das vor allem, wenn Käufer und Verkäufer die Zukunft unterschiedlich einschätzen. Der Verkäufer glaubt etwa an starkes Wachstum; der Käufer will dieses Wachstum erst bezahlen, wenn es tatsächlich eintritt. Der Earn-Out löst diese Bewertungsunsicherheit nicht vollständig auf, verteilt sie aber zwischen beiden Seiten.
Der Rechner beantwortet deshalb eine wirtschaftliche Frage: Welche Zahlung entsteht in welchem Szenario? Er ersetzt keine Vertragsprüfung. Im SPA müssen insbesondere Kennzahl, Berechnungsmethode, Informationsrechte, Verhalten des Käufers nach Closing, Streitbeilegung, Besicherung und Steuerfolgen gesondert geregelt werden. Die rechtliche Strukturierung vertieft der weiterführende Beitrag zu Earn-Out-Klauseln.
Erste Entscheidung: welche Kennzahl?
Die Kennzahl ist die Bezugsgröße des Earn-Outs. Häufig verwendet werden EBITDA, EBIT, Rohertrag, Umsatz, ARR oder konkrete Meilensteine. Jede Kennzahl verschiebt das Risiko anders.
Umsatz ist leicht verständlich, sagt aber wenig über Profitabilität aus. EBITDA liegt näher an der operativen Ertragskraft, ist aber anfälliger für Streit über Kosten, Rückstellungen, Konzernumlagen oder Integrationsaufwand. Rohertrag kann sinnvoll sein, wenn Produkt- oder Kundenmargen wichtiger sind als späterer Overhead. Meilensteine passen, wenn ein objektives Ereignis den Wert treibt, etwa eine Zulassung, ein Produkt-Release oder ein Großkunde.
Wichtig ist: Nicht das Etikett entscheidet, sondern die Definition. Der Vertrag muss festlegen, nach welchen Rechnungslegungsregeln gerechnet wird, welche Bereinigungen zulässig sind und welche Kosten nicht in die Kennzahl hineinverlagert werden dürfen. Ohne diese Regeln kann dieselbe wirtschaftliche Entwicklung zu sehr unterschiedlichen Earn-Out-Zahlungen führen.
Die Zahlungslogik im Rechner
Der Rechner startet gedanklich bei der Plan- oder Zielkennzahl. Der einfachste Earn-Out ist alles oder nichts: Wird das Ziel erreicht, wird ein fester Betrag gezahlt; wird es verfehlt, gibt es keine Zahlung. Das ist klar, aber hart, weil eine knapp verfehlte Schwelle wirtschaftlich fast dieselbe Performance zeigen kann wie eine knapp erreichte Schwelle.
Zielzahlung minus Abzug: Diese Variante denkt aus Sicht der Vertragsklausel. Bei Erreichen der Plan-/Zielkennzahl ist ein fester Earn-Out-Betrag verdient. Wird das Ziel unterschritten, wird die Differenz mit einem vereinbarten Faktor multipliziert und von dieser Zielzahlung abgezogen. Der Rechner ermittelt daraus automatisch den Nullpunkt, ab dem keine Zahlung mehr entsteht.
Anstieg zwischen Untergrenze und Ziel: Dieselbe wirtschaftliche Kurve kann auch vom Nullpunkt her beschrieben werden. Unterhalb der Untergrenze entsteht kein Earn-Out; zwischen Untergrenze und Zielkennzahl steigt die Zahlung proportional bis zur vollen Zielzahlung. Der Faktor ist dann keine eigene Kategorie, sondern beschreibt nur die Steigung dieser Kurve.
Komplexere Verträge arbeiten manchmal mit mehreren Komponenten oder Meilensteinen, etwa EBITDA plus Umsatzwachstum oder mehrere Produkt- und Kundenmeilensteine. Der Rechner bildet bewusst eine Hauptstruktur ab. Mehrere parallele Tranchen gehören in ein gesondertes Vertrags- und Modellierungskonzept.
Abrechnung über mehrere Jahre
Die Formel allein sagt noch nicht, wann gemessen wird. Ebenso wichtig ist der Abrechnungsmodus.
Jährliche Abrechnung prüft jedes Jahr für sich. Wird die Kennzahl in Jahr 1 verfehlt, fällt die Tranche für Jahr 1 aus, auch wenn Jahr 2 sehr gut läuft. Das ist einfach, kann aber zufällige Schwankungen überbetonen.
Übererfüllungs-Anrechnung lässt starke Jahre schwächere Jahre teilweise auffangen. Beim Rücktrag kann spätere Übererfüllung frühere Lücken schließen; beim vollständigen Laufzeitausgleich werden Über- und Untererfüllungen über die gesamte Laufzeit saldiert. Der Rechner zeigt angerechnete Beträge in der Periode, der sie wirtschaftlich zugeordnet werden. Das ist verständlicher, lässt aber Barwert- und Zahlungszeitpunkte bewusst vereinfacht.
Mehrjahres-Durchschnitt misst nicht jedes Jahr isoliert, sondern bildet den Durchschnitt über die Laufzeit. Das glättet Ausreißer und passt besser, wenn die Performance über mehrere Jahre bewertet werden soll.
Ein einfaches Beispiel: Liegt der Nullpunkt bei 5 Mio. EUR EBITDA, die Plan-/Zielkennzahl für die volle Zahlung bei 7 Mio. EUR und die Zieltranche bei 1 Mio. EUR, dann löst ein Jahr mit 4 Mio. EUR EBITDA keine Zahlung aus. Ein Jahr mit 7 Mio. EUR löst dagegen die volle Zieltranche aus. Bei einer Durchschnittsbetrachtung über beide Jahre liegt die Bemessungsgrundlage bei 5,5 Mio. EUR; die Zahlung hängt dann vom Durchschnitt ab, nicht vom einzelnen schwachen Jahr.
Upside und Cap
In vielen Earn-Outs ist der zusätzliche Kaufpreis gedeckelt. Der Verkäufer kann dann selbst bei sehr guter Entwicklung nicht mehr als den vereinbarten Höchstbetrag erhalten. Das gibt dem Käufer Kalkulationssicherheit, kann aber unbefriedigend sein, wenn der Verkäufer an erhebliches Wachstum glaubt.
Ein Upside-Mechanismus kann oberhalb der Vollauszahlungs-Schwelle eine weitere Beteiligung vorsehen. Der darüber liegende Überschuss wird dann mit einem zusätzlichen Faktor multipliziert. Damit diese Struktur nicht ausufert, wird sie typischerweise mit einem Gesamt-Cap kombiniert.
Warum der Vertrag wichtiger ist als die Formel
Nach dem Closing kontrolliert meist der Käufer das Unternehmen. Er kann Investitionen vorziehen, Kosten zuordnen, Konzernumlagen einführen, Produkte bündeln, Rabatte geben oder Vertriebsressourcen verschieben. All das kann die Earn-Out-Kennzahl beeinflussen, ohne dass sich die eigentliche Qualität des Geschäfts im gleichen Maß verändert.
Deshalb braucht ein Earn-Out Schutzmechanismen. Typisch sind Regeln zur Fortführung im gewöhnlichen Geschäftsgang, Zustimmungsvorbehalte für wesentliche Maßnahmen, ein Earn-Out-Business-Plan, Reporting-Pflichten, Einsichtsrechte und klare Fristen für Einwendungen.
Für Rechen- und Bilanzierungsfragen wird häufig ein Schiedsgutachter vereinbart. Das ist ein neutraler Sachverständiger, der zum Beispiel entscheidet, ob eine Kennzahl rechnerisch richtig ermittelt wurde. Davon zu trennen sind echte Rechtsfragen, etwa die Auslegung des Vertrags; diese gehören nicht automatisch zum Schiedsgutachter.
Vertiefend dazu erläutert der Beitrag zu Earn-Out-Klauseln, wie Kennzahl, Buyer-Conduct-Regeln, Reporting, Streitmechanik und Sicherheiten im SPA zusammenspielen.
Wann ein Earn-Out passt
Ein Earn-Out passt vor allem bei echter Bewertungsunsicherheit: wachstumsstarke Unternehmen, Nachfolgesituationen, projektabhängige Targets oder Unternehmen, deren historische Ergebnisse die Zukunft nur begrenzt erklären.
Weniger geeignet ist er, wenn die Kennzahl leicht beeinflussbar ist, der Verkäufer nach Closing keinen belastbaren Einblick erhält oder Käufer und Verkäufer sehr unterschiedliche Vorstellungen von der künftigen Steuerung des Unternehmens haben. Dann verschiebt der Earn-Out den Streit nur in die Zukunft.
Steuerlich ist der Earn-Out regelmäßig als Kaufpreisbestandteil einzuordnen; die zeitliche Erfassung hängt aber von der konkreten Struktur ab. Gewinn- oder umsatzabhängige Earn-Outs, § 17 EStG, Holding-Strukturen und Mischmodelle sollten früh steuerlich geprüft werden.
Hinweis
gafron.law berät bei der Strukturierung und Verhandlung von Kaufpreismechaniken. Wir erbringen keine Bewertungsberatung. Für Planungsannahmen, Normalisierungen und ökonomische Kaufpreisbandbreiten sollte ein M&A Advisor, Wirtschaftsprüfer oder Bewertungsspezialist hinzugezogen werden. Die Ergebnisse helfen, die Logik einer Earn-Out-Struktur schneller zu verstehen und Verhandlungspositionen einzuordnen.
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